Stipendien & Förderung

Auslandsaufenthalt: Connecten und Erfahrungen sammeln

05.10.2026|12:40 Uhr

Ein Bericht von Jule Sichelschmidt

Träume zu haben ist wichtig. Sie motivieren uns und geben uns ein Ziel. Jedoch kann nicht jeder all seine Träume erfüllen. Deshalb sollten wir dankbar für jeden einzelnen sein, den wir erreichen durften. Und das bin ich.
Seit über 5 Jahren lebt dieser eine Traum in meinem Kopf: Ich möchte für längere Zeit nach Kanada und Spanien und dort auf Farmen oder in Tierheimen arbeiten.
Teil dieses Traums ist sowohl eine Pause vom Lernen als auch das Verbessern meiner Sprachkenntnisse. Besonders in meinem Berufsgebiet, der IT, wird Englisch ein wichtiges Instrument sein, sodass es unheimlich erleichternd ist, die potentielle Sprachbarriere zu vermeiden.
Mein Plan war also, nach dem Abitur für ungefähr ein Jahr ins Ausland zu gehen. Doch je näher ich dem kam, desto größer wurden meine Zweifel. Ich recherchierte viel nach möglichen Höfen, doch dabei blieb es auch. Eine Entscheidung zu treffen habe ich immer hinausgezögert. Irgendwann war es dann allerdings soweit, dass ich mich entgegen aller Erwartungen für das Studium entschieden habe. Ich war einfach noch nicht bereit. In meinem Hinterkopf hatte ich jedoch schon längst die Zeit zwischen Bachelor und Master als Auszeit reserviert, in der ich meinen Traum verfolgen wollte.
Und nun sitze ich hier, mehrere Tausend Kilometer von Zuhause entfernt und schreibe diesen Beitrag. Seit einer Woche bin ich nun als Volunteer auf einer Farm mit geretteten Tieren in der Nähe von Castlegar in Kanada. 5 Tage zuvor war ich noch in Toronto, denn wenn ich schon einmal in Kanada bin, wollte ich zumindest eine weitere große Stadt mitnehmen.
Bevor ich geflogen bin, wurden die Zweifel jedoch auch jetzt immer größer. Ich habe mich regelmäßig gefragt, was ich eigentlich tue. Das bin nicht ich. Ich bin nicht mutig und fliege um den halben Kontinent und bleibe dort 5 Monate. Und doch habe ich es geschafft, diesen Ängsten nicht nachzugeben und meine Träume zu verfolgen.
Eine Hoffnung hatte ich dabei immer: Ich möchte Länder, Kulturen und Menschen kennenlernen und mit ihnen connecten. Aber ich möchte auch herausfinden, was ich von meinem Leben möchte. Diese Reise soll mir dabei helfen, genauso wie es das Deutschlandstipendium mit all seinen Möglichkeiten zum Networken und Ausprobieren bietet. Diese Zeit mit Freiwilligen Arbeit zu verknüpfen, macht es noch etwas schöner, da ich gebraucht werde und gleichzeitig die Natur und viele Tiere um mich habe.
 

Das ist ein Reminder an alle, die ihre Träume aus Angst nicht verfolgen: Ihr werdet es eher bereuen, es nicht versucht zu haben, als andersherum. Und mir wurde von allen Seiten gesagt, dass es okay ist, abzubrechen, wenn es nicht mehr geht. Aber dann hat man es wenigstens versucht!

Vielleicht ist genau das auch eine der schönsten Seiten des Deutschlandstipendiums: Es schafft Möglichkeiten, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, neue Menschen kennenzulernen, Dinge auszuprobieren und sich etwas zu trauen. Manchmal beginnt daraus etwas, das man vorher selbst noch gar nicht für möglich gehalten hätte.

Also: Traut euch. Lernt neue Menschen kennen. Schaut über euren eigenen Tellerrand hinaus. Und seid mutig – vielleicht wartet hinter der nächsten Entscheidung ja euer ganz eigener Traum.